ONB ehrt Landrat Scherer


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Ortenauer Narrenbund vergibt den Maulschellen-Orden an »einen Mann der klaren Worte«

Der Ortenauer Narrenbund hat einen Mann der klaren Worte geehrt: beim Quintus-Konzil am Freitag wurde der Ortenauer Landrat Frank Scherer mit dem »Maulschellen-Orden« ausgezeichnet.

 
Offenburg. »Wenn wir an die Weisen denken, die unsere Geschicke lenken, ist nicht oft ihr Tun und Handeln so wie Narren-Nachtschlafwandeln?« Manfred Wielandt, wieder­gewählter Chef des Hohen Rates der Quintus-Bruderschaft des Ortenauer Narrenbundes (ONB), outete sich im Prolog für das diesjährige Quintus-Konzil als Freund des klaren Wortes. Denn das, zur rechten Zeit gesprochen, sei wichtig in der politischen Diskussion: »Die Quintessenz der meisten Dinge ist doch wohl, dass es gelinge, nicht auf den schönen Schein zu bauen, sondern ihr Wesen zu durchschauen. Die Maulschelle, beherzt gesetzt, regt dazu an zu guter Letzt.«

Einen, der diese Kunst beherrscht, nämlich klare Worte zu finden um politische Entscheidungen voranzubringen, hatte der ONB in diesem Jahr ausgemacht: Frank Scherer, seit mittlerweile sieben Jahren Landrat des Ortenaukreises, wurde vom ONB zum diesjährigen Träger des »Maulschellen-Ordens« auserkoren.

Ein Beispiel für Scherers Gabe, klare, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, nannte Kurier Matthias Drescher, der in diesem Jahr die Ehre hatte, die Laudatio halten zu dürfen. Dass die Dienstfahrzeuge des Landratsamtes das Nummernschild »LR – OK« tragen, war Scherers Idee; sei eigenes Dienstfahrzeug trägt (logisch) das Kennzeichen »LR – OK 1«. Dass das Landratsamt des Ortenaukreises in Offenburg sitzt und nicht in Lahr, wofür das Retro-Kennzeichen LR steht, focht ihn dabei nicht an: Der Rückschluss auf das »Landrats­amt Ortenaukreis« liege bei »LR – OK« nun mal näher als bei »OG – XY«, hielt er Kritikern entgegen; und dass der Sitz der Behörde in Offenburg ist, wisse eh jedes Kind.

Weg nach unten

Drescher zeichnete kurz Scherers Karriere nach: Referendarzeit bei der Uno in New York, Staatsministerium Baden-Württemberg, stellvertretender Präsident der Landesanstalt für Kommunikation, Regierungsvizepräsident in Freiburg und schließlich Landrat des Ortenaukreises – die Karriereleiter habe ihn stets nach unten geführt. Am Ende, witzelte er, werde er noch als Wirt enden. Immerhin: Besitzer eines preisgekrönten Weinguts ist der Landrat ja schon – da werde er auch als Wirt Erfolg haben und das Niveau der Stammtischgespräche in ungeahnte Höhen führen.

Als Abstieg wollte Scherer seine Laufbahn indes nicht verstanden wissen, meinte er in seiner kurzen, spontanen Dankesrede: »Ich bin dem immer näher gekommen, was mir Spaß macht«, meinte er. Und man nähere sich immer mehr denen an, für die man da ist: die Menschen nämlich. Zudem appellierte Scherer an den ONB, sich in Sachen Integration von Flüchtlingen zu engagieren und »denen, die jetzt kommen und bleiben werden, unsere Kultur nahezubringen.«

Neu in die honorige Riege der Quintus-Bruderschaft aufgenommen und gleichzeitig mit dem Quintessenz-Orden ausgezeichnet wurde Alfred Hengstler von der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass der ONB in seiner Ausstellung von Häs’ und Masken, die im Narren-Palais in Kehl zu sehen ist, auch eine ganze Reihe von Exponaten aus dem Raum Hegau-Bodensee zu sehen ist.

Autor:
Michael Müller